Das Projekt von Arch. Marco Bianchi, Studio IdeaLab, ersetzt ein bestehendes Gebäude, ohne das Bauvolumen zu erweitern. Durch dessen Neuverteilung reduziert der Entwurf die Höhenwirkung und fügt den Neubau behutsam in den dicht bebauten Ortskern ein. Die Nähe zu den Nachbargebäuden erforderte eine besonders sorgfältige Planung, um die Auswirkungen auf das unmittelbare Umfeld möglichst gering zu halten.
An die Stelle des bislang monolithischen Baukörpers treten mehrere klar gegliederte Volumen. Sie unterscheiden sich in Höhe, Tiefe und Ausrichtung und sind über ein zurückgesetztes Treppenhaus miteinander verbunden. Dieses schafft eine funktionale Verbindung und hält die Gebäudeteile zugleich optisch auseinander. So greift der Entwurf die Struktur der umgebenden Bebauung auf und interpretiert sie neu.
Die Außenwände entstehen in Holzrahmenbauweise, die Decken aus Brettsperrholz. Aluminiumfenster werden teilweise bereits im Werk in die Wandelemente integriert, teilweise auf der Baustelle eingebaut. Die Vorfertigung ermöglicht es, wesentliche Arbeitsschritte unter kontrollierten Bedingungen auszuführen und den Montageaufwand vor Ort zu reduzieren – ein besonderer Vorteil in der engen innerörtlichen Lage.
Eine hinterlüftete Fassade aus Holz und Stein prägt das äußere Erscheinungsbild. LignoAlp liefert die Holzbekleidung, während der Stein bauseits bereitgestellt wird. Vorgesehen ist Suyaki-Holz mit einer durch Karbonisierung bearbeiteten Oberfläche. Seine markante Textur setzt einen bewussten Akzent im Zusammenspiel der Materialien und unterstreicht die Gliederung der einzelnen Baukörper.
Auch die technischen Anlagen sind auf eine zurückhaltende Integration ausgelegt: Die Photovoltaikmodule werden so in die Dachflächen eingebunden, dass sie vom Straßenraum aus wenig sichtbar sind. Für die Wärmeversorgung ist eine zentrale Wärmepumpe in Verbindung mit Geothermie vorgesehen, ergänzt durch Fußbodenheizung und Gebäudeautomation. Leistungsfähige Fenster und sorgfältig geplante Schallschutzmaßnahmen tragen zum Wohnkomfort bei.
Mit diesem Projekt zeigt sich, wie Holzbau eine zeitgemäße Weiterentwicklung gewachsener Ortskerne unterstützen kann: durch präzise Vorfertigung, eine differenzierte Architektur und Materialien, die Bezug auf den alpinen Kontext nehmen.